Vortrag: “Von Glanz und glance: Mehrsprachigkeit und interlinguale Übersetzungspraktiken bei Sigmund Freud”
Events der Psychoanalytischen Arbeitsgemeinschaft Köln-Düsseldorf e.V.Ausbildungsinstitut der Deutschen Psychoanalytischen Vereinigung
29. Januar 2027, 20:30 – 22:00
Vortrag im Rahmen der Vortragsreihe: „Falsch verbunden: Übersetzung und Übertragung in Therapie und Klinik“ für Interessierte.
Zu den Vorträgen wird gesondert eingeladen. Eine Zertifizierung ist beantragt.
Termine: Freitags 20:30 – 22:00 Uhr
Teilnahmegebühr: 20 Euro, Auszubildende/Studierende: halber Betrag. Angehörige der PSAG: Frei
29.01.2027: Von Glanz und glance: Mehrsprachigkeit und interlinguale Übersetzungspraktiken bei Sigmund Freud
Priv.-Doz. Dr. Esther Kilchmann forscht und lehrt als Literatur- und Kulturwissenschaftlerin an der Universität Hamburg und der Leuphana Universität Lüneburg mit den Schwerpunkten Mehrsprachigkeit und Übersetzung, Exil, jüdische Literatur, Psychoanalyse und Literatur.
Mehrsprachigkeit und Übersetzung sind im Werk Sigmund Freuds vielfach präsent: als Student übersetzt Freud John Stuart Mill und Jean-Martin Charcot, später u.a. Texte von Marie Bonaparte. Die Translationen sind nicht zuletzt Teil von Wissenstransfer, intellektuellen Netzwerken und persönlichen Beziehungen. Auch in den analytischen Schriften zeigt sich eine besondere Aufmerksamkeit für Übergänge und Verschiebungen zwischen den Sprachen, so werden u.a. in der Traumdeutung und im Umfeld des sogenannten „Wolfsmann-Falls“ interlinguale Wortspiele decodiert. Dabei werden gerade falsche Übersetzungen zu Schlüsselstellen, z.B. wenn sich hinter dem rätselhaften „Glanz“ das englische „glance“ verbirgt – nicht zufällig zählt Freud die Wendung traditore-traduttore zu seinen liebsten Wortwitzen. Der Vortrag geht den unterschiedlichen Strängen von Freuds interlingualer Übersetzertätigkeit nach und fragt, inwiefern diese auch seine theoretische Denkfigur der Übersetzung beeinflusst haben könnte.