Weiterbildung

Die Deutsche Psychoanalytische Vereinigung (DPV) eröffnet Akademiker:innen aller Fachrichtungen die Möglichkeit, psychoanalytische Konzepte auf gesellschaftliche und kulturelle Phänomene anzuwenden. Innerhalb dieses Programms bietet die PSAG Köln–Düsseldorf Zugang zu Theorie­veranstaltungen, Fallseminaren und Vorträgen. Sie können Ihre Selbsterfahrung bei PSAG-Mitgliedern absolvieren und Ihre sozial- und kulturtheoretischen Projekte unter Supervision weiterentwickeln.

Für wen ist diese Weiterbildung geeignet?

Für Absolvent:innen beliebiger Studien­fächer, die sich für die psychoanalytische Erforschung gesellschaftlicher und kultureller Phänomene begeistern. Sie sollten Freude daran haben,

  • Freuds Grundgedanken weiterzudenken – von Gruppentheorien (Foulkes, Bion) bis zu aktuellen Feld- und Kulturansätzen,
  • unbewusste Dynamiken in sozialen Prozessen zu erkennen und zu deuten,
  • eigene sozial- oder kulturtheoretische Projekte in Analyse und Supervision zu vertiefen.

Eingeladen sind daher sowohl Forschende und Lehrende als auch Praktiker:innen aus Bereichen wie Kultur-, Sozial-, Medien- oder Politikwissenschaft, die psychoanalytische Perspektiven in ihre Arbeit integrieren möchten.

Wie sieht Ihre Zukunft aus?

Im Rahmen der Weiterbildung nehmen Sie an einem überregionalen sozial- und kulturanalytischen Seminar teil, in dem Sie Ihre eigenen Projekte vorstellen, diskutieren und unter psychoanalytischer Perspektive vertiefen. Ihre Arbeiten präsentieren Sie anschließend in einem Kolloquium vor der DPV. Mit erfolgreichem Abschluss können Sie sich als affiliiertes Mitglied der Deutschen Psychoanalytischen Vereinigung (DPV) registrieren lassen und so Teil eines internationalen wissenschaftlichen Netzwerks werden.

Dauer der Ausbildung

Die Dauer ist individuell, weil Sie Themawahl, Selbsterfahrung, Supervision und schriftliche Ausarbeitung eigenständig gestalten. Erfahrungsgemäß umfasst der Prozess mehrere Jahre – meist drei bis fünf, in denen Sie:

  1. ein geeignetes sozial- oder kulturtheoretisches Thema finden,
  2. es in Seminaren und Supervision kontinuierlich reflektieren,
  3. die schriftliche Arbeit erstellen und schließlich im DPV-Kolloquium präsentieren.

Somit lässt sich der Zeitrahmen flexibel an Ihre beruflichen Verpflichtungen anpassen; verbindliche Mindestzeiten sind nicht vorgegeben.

Kosten der Weiterbildung

Für die Weiterbildung fallen Semesterbeiträge an die DPV und die PSAG in Höhe von derzeit jeweils 75 € pro Semester an. Hinzu kommen Honorare für Selbsterfahrung und Supervision, die jeweils etwa 90 – 110 € pro Sitzung betragen. Eine bereits laufende oder abgeschlossene therapeutische Analyse kann grundsätzlich angerechnet werden. Verbindlich ist zudem die Teilnahme an drei überregionalen Seminartagen pro Jahr, wodurch Reise- und gegebenenfalls Übernachtungskosten entstehen.

Zugangsvoraussetzungen

Sie benötigen einen abgeschlossenen Hochschulabschluss – in der Regel einen Master oder ein Staatsexamen – unabhängig von der Fachrichtung.

Die Aufnahme erfolgt nach zwei Zulassungsgesprächen bei DPV-Analytiker:innen; sprechen beide eine Zustimmung aus, bestätigt die Vorstandskommission „Psychoanalytische Sozial- und Kulturtheorie“ der DPV Ihre Zulassung. Mit diesem Bescheid erhalten Sie den Kandidat:innenstatus und können an den Instituts-Theorieseminaren sowie am sozial- und kulturanalytischen Seminar teilnehmen.

Struktur, Komponenten und Module

Kernstück: Eigenständige Projektarbeit

  • Sie verfassen eine psychoanalytisch fundierte Arbeit aus Ihrem beruflichen Feld.
  • Die Arbeit wird mehrfach im sozial- und kulturanalytischen Seminar präsentiert und diskutiert, um Erkenntnisse zu vertiefen und methodisch zu schärfen.

Selbsterfahrung und Analyse

  • Eine persönliche Psychoanalyse (Einzel- oder wahlweise Gruppenanalyse) bei einer / einem DPV-Analytiker:in ist integraler Bestandteil; bereits absolvierte Analysen können angerechnet werden – besonders relevant für Projekte mit Gruppenschwerpunkt.

Theorie & Supervision (≥ 200 Stunden)

  • Mindestens 200 Stunden Theorieseminare zu Psychoanalyse, Sozial- und Kulturanalyse.
  • Laufende Supervision Ihrer Projektarbeit durch eine / einen DPV-Analytiker:in.

Kolloquium & Abschluss

  • Nach Empfehlung durch Weiterbildungsleitung und Supervisor:in legt die Vorstandskommission „Psychoanalytische Sozial- und Kulturtheorie“ Ihre Arbeit zum DPV-Kolloquium vor.
  • Das Bestehen des Kolloquiums schließt die Weiterbildung ab und ermöglicht die Anerkennung als affiliiertes DPV-Mitglied.

Bewerbung

Als ersten Schritt des Bewerbungsverfahrens führen Sie ein unverbindliches, persönliches Beratungsgespräch bei einem Mitglied unserer Beratungsgruppen.

Das Gespräch soll klären, ob Sie die Zugangsvoraussetzungen erfüllen und zugleich helfen herauszufinden, welche Ausbildung zu Ihnen passt. Hier haben Sie auch die Gelegenheit Fragen zu stellen.

Nächste Schritte

Sobald Ihre Beratungsanfrage eingegangen ist, erhalten Sie zeitnah die Kontaktdaten und Sprechzeiten Ihrer Beraterin bzw. Ihres Beraters, damit Sie einen Termin für ein unverbindliches persönliches Gespräch vereinbaren können.

Sofern Sie sich nach dem Beratungsgespräch für eine Aus- oder Weiterbildung entscheiden, können Sie die Bewerbungsunterlagen im Sekretariat des Instituts anfordern. Diese werden postalisch zugesendet. Um Ihre persönlich Eignung einschätzen und über die Zulassung an unserem Institut entscheiden zu können, werden in der Regel drei Bewerbungsgespräche geführt. Für die Bewerbung fallen Gebühren in Höhe von 200 – 250 € (je nach Aus- oder Weiterbildungsgang) an.

Nach einem positiven Entscheid des zuständigen Aus- und Weiterbildungsausschusses und der Unterschrift des Aus- oder Weiterbildungsvertrages, können Sie Ihre Ausbildung bzw. Weiterbildung bereits im laufenden Semester aufnehmen.

Anfrage zur Beratung

Warum PSAG?

Fünf gute Gründe zu uns zu kommen.

Selbsterfahrung als Motor beruflicher Reife

Die große Bedeutung der Selbsterfahrung ermöglicht persönliche Entwicklung und den Erwerb therapeutischer Fähigkeiten.

Psychoanalytisches Fundament trägt Ihre Praxis

Das Ineinandergreifen von Selbsterfahrung und fundierter Ausbildung in psychoanalytischen Theorien fördert die Bildung eines tragenden Fundaments für den Beruf und die therapeutische Identität.

Theoriebreite eröffnet neue Blickwinkel

Das vielfältige Theorieangebot bietet eine Reihe von Wahlmöglichkeiten und nähert sich Psychotherapie und Gesellschaft von verschiedenen Seiten.

Dozent:innen vermitteln Psychodynamik mit Herz

Es ist spürbar, dass viele Dozent:innen mit ganzem Herzen psychodynamisch arbeiten und das weitergeben wollen.

Ein Netzwerk, das langfristig trägt

Die Struktur des Instituts fördert Vernetzung durch die Bildung von Arbeitsgruppen, Lesekreisen und Intervisionsgruppen, die über die Ausbildungszeit hinaus bestehen.