Ausbildung
Die Psychoanalytische Arbeitsgemeinschaft Köln-Düsseldorf e. V. – ein Institut der Deutschen Psychoanalytischen Vereinigung (DPV) – bietet Ärzt:innen und Psycholog:innen die DPV-anerkannte Ausbildung zur Psychoanalytikerin bzw. zum Psychoanalytiker an. Sie vermittelt Ihnen umfassend Theorie, Selbsterfahrung und Supervision nach den Standards der DPV und eröffnet nach erfolgreichem Abschluss die Mitgliedschaft in DPV und Internationaler Psychoanalytischer Vereinigung (IPA).
Für wen ist diese Ausbildung geeignet?
Für Ärzt:innen und Psycholog:innen, die sich vertieft für die von Sigmund Freud begründete und kontinuierlich weiterentwickelte Psychoanalyse begeistern und ihr Fachwissen klinisch wie wissenschaftlich ausbauen möchten.
Wie sieht Ihre Zukunft aus?
Mit dem erfolgreichen Abschluss erwerben Sie nicht nur die Qualifikation als Psychoanalytische:r Psychotherapeut:in, sondern auch die Möglichkeit, der Deutschen Psychoanalytischen Vereinigung (DPV) beizutreten – und damit zugleich der International Psychoanalytical Association (IPA) sowie der European Psychoanalytical Federation (EPF). Diese Mitgliedschaft eröffnet Ihnen den Zugang zu internationalen Tagungen, einem lebendigen wissenschaftlichen Austausch und vielfältigen Publikations- und Kooperationsmöglichkeiten mit angrenzenden Disziplinen.
In der Regel erfolgt die DPV-Ausbildung parallel zu einer Weiterbildung nach den Richtlinien der Psychotherapeutenkammer bzw. Ärztekammer. So können Sie psychoanalytisch in eigener Praxis oder im Angestelltenverhältnis arbeiten; sowohl eine Zulassung zur kassenärztlichen Versorgung als auch eine rein privatärztliche Tätigkeit sind grundsätzlich möglich. Mit wachsender Erfahrung und entsprechender Fortbildung haben Sie zudem die Perspektive, selbst Lehranalytiker:in zu werden und künftige Generationen in Aus- und Weiterbildung zu begleiten.
Dauer der Ausbildung
Die DPV-Ausbildung beginnt mit Ihrer Lehranalyse – vier- bis fünfmal pro Woche, insgesamt mindestens 600 Stunden – und dauert in der Regel fünf Jahre oder länger. Mit Beginn der Lehranalyse werden Sie als zugelassene:r Ausbildungsteilnehmer:in (zAT) in den Verein aufgenommen und führen bis zum Vorkolloquium den Status Ausbildungsteilnehmer:in (AT).
Grundphase bis zum Vorkolloquium:
Für das Vorkolloquium benötigen Sie mindestens 18 Monate Lehranalyse sowie zwei Semester Theorieveranstaltungen, Praktika und Erstinterview-Seminare. Erst nach Bestehen des Vorkolloquiums erhalten Sie den Kandidat:innenstatus und dürfen eigene vierstündige Analysen unter Supervision aufnehmen.
Kandidat:innenphase:
Während der Kandidat:innenphase behandeln Sie üblicherweise zwei Patient:innenfälle mit je mindestens 300 Stunden; insgesamt sind also mindestens 600 Stunden Vierstundenbehandlung zu leisten, begleitet von Supervision (meist nach jeder vierten Stunde). Parallel besuchen Sie die kasuistisch-technischen Seminare und das fortlaufende Theorieprogramm.
Abschluss:
Zum Abschluss präsentieren Sie einen Behandlungsfall schriftlich und mündlich im Zentralseminar der PSAG. Erteilt das Zentralseminar eine positive Empfehlung, befürwortet der zentrale Ausbildungsausschuss (zAA) der DPV Ihre Zulassung zum Kolloquium vor der DPV, das den formalen Schlusspunkt Ihrer Ausbildung setzt.
Kosten der Ausbildung
Für die Lehranalyse kalkulieren Sie pro Sitzung gegenwärtig 80 – 110 €, für die Supervision 90 – 110 €. Hinzu kommt die Semestergebühr der PSAG; darin ist der Zugang zu den Theorieseminaren bereits enthalten. Nach dem Vorkolloquium lassen sich diese laufenden Ausgaben in der Regel aus den Honoraren Ihrer eigenen Behandlungsfälle in der Ausbildungsambulanz finanzieren.
Zugangsvoraussetzungen
Voraussetzung ist ein abgeschlossenes medizinisches Staatsexamen oder ein Master in Psychologie (Schwerpunkt Klinische Psychologie und Psychotherapie). Ihre fachliche und persönliche Eignung wird in mindestens drei Zulassungsgesprächen geprüft.
Struktur, Komponenten und Module der Ausbildung
Die Psychoanalytische Arbeitsgemeinschaft Köln–Düsseldorf (PSAG) wurde 1974 als Institut der Deutschen Psychoanalytischen Vereinigung (DPV) gegründet. Sie fühlt sich der klassischen Lehre Sigmund Freuds verpflichtet und integriert ihre wichtigsten Weiterentwicklungen – von Melanie Klein, Donald Winnicott, Wilfred Bion und der postkleinianischen Tradition über französische, südamerikanische und italienische Feld- und Intersubjektivitätstheorien bis hin zu Objektbeziehungs-, Bindungs- und Mentalisierungskonzepten.
Forschung und klinische Erweiterungen
Psychoanalytische Forschung hat in den letzten Jahrzehnten neue Felder erschlossen:
- Klinisch – Behandlung narzisstischer und Borderline-Persönlichkeitsstörungen.
- Entwicklungspsychologisch – empirische Studien zur vorsprachlichen Mutter-Kind-Beziehung.
Gleichzeitig wurden Annahmen Freuds – etwa zur weiblichen Sexualität – revidiert, während Objektbeziehungstheorien und frühe Abwehrformen (Spaltung, projektive Identifizierung) die Trieb- und Abwehrlehre vertieften.
Ausbildungsablauf
- Lehranalyse (Kernstück)
Vierstündig (mind. 600 Std.) bei einer/m DPV-Lehranalytiker:in; ihr Beginn markiert den Ausbildungsstart. - Theorie & Erstinterviews
Parallel zur Lehranalyse besuchen Sie Theorie- und Erstinterview-Seminare der PSAG. Zehn Erstinterviews müssen von DPV-Lehranalytiker:innen supervidiert und anerkannt werden. - Vorkolloquium
Nach mindestens 1½ Jahren Lehranalyse und zwei Semestern Theorie/Praktika legen Sie das Vorkolloquium vor der DPV ab; dessen Bestehen berechtigt zur praktischen Arbeit unter Supervision und verleiht den Kandidat:innenstatus. - Klinische Praxis unter Supervision
Mindestens zwei vierstündige Behandlungsfälle (je ≥ 300 Std., zusammen ≥ 600 Std.) werden supervidiert, gewöhnlich nach jeder vierten Stunde. - Begleitende Seminare
Kasuistisch-technische Seminare und fortlaufende Theorie vertiefen Behandlungstechnik und Selbstreflexion in engem Austausch mit Mitkandidat:innen und Dozent:innen. - Abschluss
Einen Behandlungsfall präsentieren Sie schriftlich und mündlich im Zentralseminar der PSAG. Nach positiver Empfehlung durch das Zentralseminar wird der zentrale Ausbildungsausschuss (zAA) der DPV die Zulassung zum Kolloquium vor der DPV aussprechen – dem finalen Schritt zum Abschluss der Ausbildung.
Bewerbung
Als ersten Schritt des Bewerbungsverfahrens führen Sie ein unverbindliches, persönliches Beratungsgespräch bei einem Mitglied unserer Beratungsgruppen.
Das Gespräch soll klären, ob Sie die Zugangsvoraussetzungen erfüllen und zugleich helfen herauszufinden, welche Ausbildung zu Ihnen passt. Hier haben Sie auch die Gelegenheit Fragen zu stellen.
Nächste Schritte
Sobald Ihre Beratungsanfrage eingegangen ist, erhalten Sie zeitnah die Kontaktdaten und Sprechzeiten Ihrer Beraterin bzw. Ihres Beraters, damit Sie einen Termin für ein unverbindliches persönliches Gespräch vereinbaren können.
Sofern Sie sich nach dem Beratungsgespräch für eine Aus- oder Weiterbildung entscheiden, können Sie die Bewerbungsunterlagen im Sekretariat des Instituts anfordern. Diese werden postalisch zugesendet. Um Ihre persönlich Eignung einschätzen und über die Zulassung an unserem Institut entscheiden zu können, werden in der Regel drei Bewerbungsgespräche geführt. Für die Bewerbung fallen Gebühren in Höhe von 200 – 250 € (je nach Aus- oder Weiterbildungsgang) an.
Nach einem positiven Entscheid des zuständigen Aus- und Weiterbildungsausschusses und der Unterschrift des Aus- oder Weiterbildungsvertrages, können Sie Ihre Ausbildung bzw. Weiterbildung bereits im laufenden Semester aufnehmen.