Aus- und Weiterbildung
„Es existiert keine Polarität von Individuum und Gesellschaft. Menschen existieren nur als Mitmenschen.“
— Haubl Lamotte
Die Gruppenpsychoanalyse und -psychotherapie begreift den Menschen von Beginn an als soziales Wesen: geprägt — bewusst wie unbewusst — von seiner Familie, beruflichen und gesellschaftlichen Gruppen. Aufbauend auf den Konzepten von S. H. Foulkes und ihren aktuellen Weiterentwicklungen setzt unsere Weiterbildung genau hier an. Sie vermittelt tiefenpsychologisch fundierte und analytische Gruppenpsychotherapie als eigenständiges Verfahren, das seit Jahrzehnten in stationären, teilstationären, rehabilitativen und ambulanten Settings erfolgreich eingesetzt wird und heute ein obligatorischer Bestandteil psychotherapeutischer Qualifizierungen ist.
Der Grundkurs „Gruppenpsychotherapie kompakt“ verknüpft Selbsterfahrung und Theorie: Teilnehmende erleben gruppendynamische Prozesse aus erster Hand und reflektieren diese gleichzeitig vor dem Hintergrund psychoanalytischer wie gruppenanalytischer Modelle.
„Man kann leichter die Probleme des anderen als die eigenen erkennen. Die Verdrängung […] kann erkannt werden, wenn sie bei anderen aufgezeigt wird. Das wirkt aber gleichzeitig als analytische Kraft in einem selbst.“
— S. H. Foulkes (1974, S. 59)
Diese doppelte Perspektive — Erleben und Verstehen in der Gruppe — steht im Zentrum unserer Ausbildung und schafft die Grundlage für ein klinisches Profil, mit dem Sie gruppenpsychotherapeutische Prozesse kompetent leiten und tiefgreifende Veränderungsprozesse begleiten können.
Für wen ist diese Ausbildung geeignet?
Diese Weiterbildung richtet sich an approbierte Psychotherapeut:innen, Ärzt:innen, Pädagog:innen und andere Fachkräfte, die bereits mit Gruppen arbeiten oder künftig Gruppen leiten möchten. Willkommen sind ebenso Ausbildungskandidat:innen anderer Institute und interessierte Studierende. Der Arbeitskreis Gruppenanalyse und Gruppenpsychotherapie (AKG) der PSAG – anerkannte Weiterbildungsstätte der Deutschen Gesellschaft für Gruppenanalyse und Gruppenpsychotherapie (D3G) – bietet dafür Gruppenselbsterfahrung, Theorie- und kasuistisch-technische Seminare sowie einen sechswöchigen Grundkurs „Gruppenpsychotherapie kompakt“. Die Leitung übernehmen erfahrene Gruppenlehranalytiker:innen, die auch an renommierten Weiterbildungsstätten wie IAG Altaussee oder GRAS tätig sind.
„Trust the group!“
—Foulkes
Wie sieht Ihre Zukunft aus?
Mit Abschluss des Curriculums Gruppentherapie und des Grundkurses Gruppenpsychotherapie erfüllen Sie alle Voraussetzungen für die Fachkunde in tiefenpsychologisch fundierter und analytischer Gruppenpsychotherapie. Sie verfügen dann über fundierte Kenntnisse der Gruppendynamik und erprobte klinische Erfahrung, sodass Sie Gruppenbehandlungen eigenständig durchführen und sie im Rahmen der kassenärztlichen Versorgung abrechnen können – in Klinik, Praxis oder institutionellem Setting.
Dauer der Ausbildung
Vier Semester (zwei Studienjahre) mit 24 Doppelstunden Theorie und kasuistisch-technischen Seminaren. Jedes Semester setzt einen thematischen Schwerpunkt – von Grundlagen und Gruppenaufbau bis zu Krisen- und Abschlussprozessen.
Beide Bausteine lassen sich parallel absolvieren; insgesamt erstreckt sich die Weiterbildung damit über zwei Jahre plus sechs Wochenendmodule.
Kosten der Ausbildung
Für das viersemestrige Curriculum zahlen Sie insgesamt 2.600 € Semesterbeitrag; darin sind alle Theorie- und kasuistisch-technischen Seminare der PSAG bereits enthalten. Hinzu kommen individuell kalkulierte Honorare für Ihre gruppenanalytische Selbsterfahrung und die begleitende Supervision.
Der sechswöchige Grundkurs „Gruppenpsychotherapie kompakt“ kostet 3.520 €, wobei die erforderlichen Supervisionseinheiten ebenfalls separat nach Stundenhonorar abgerechnet werden.
Zugangsvoraussetzungen
Sie benötigen ein abgeschlossenes Hochschulstudium in Medizin, Psychologie, Pädagogik oder einer vergleichbaren Fachrichtung. Im Zulassungsinterview erläutern Sie Ihre Motivation und Eignung; anschließend präsentieren Sie entweder einen klinischen Fall aus Ihrer Praxis oder ein psychoanalytisch relevantes Theoriethema, um Ihr analytisches Denken und Ihre reflexive Kompetenz unter Beweis zu stellen.
Struktur, Komponenten und Module
Viersemestriges Curriculum
Über zwei Studienjahre belegen Sie sechs thematisch abgestimmte Theorieseminare, zwei kasuistisch-technische Seminare (KT) sowie das Modul „Erstinterviews & differentielle Indikationsstellung“. Diese Bausteine vermitteln Ihnen die theoretischen Grundlagen, klinische Technik und diagnostische Sicherheit der tiefenpsychologisch fundierten und analytischen Gruppenpsychotherapie.
Grundkurs „Gruppenpsychotherapie kompakt“
Parallel oder anschließend besuchen Sie eine sechsteilige Intensivreihe, in der Theorie, Selbsterfahrung und Lehrgruppenleitung unter Supervision miteinander verknüpft sind.
Termine der sechs Workshop-Wochenenden
1. Herbst
2. Winter
3. Frühjahr
4. Sommer
5. Herbst
6. Winter
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Zeitplan eines Workshop-Wochenendes
Freitag
- 11:00 – 12:30 Uhr Selbsterfahrung
- 14:30 – 16:00 Uhr Selbsterfahrung / Theorie
- 16:30 – 18:00 Uhr Selbsterfahrung
Samstag
- 09:00 – 10:30 Uhr Selbsterfahrung
- 11:00 – 12:30 Uhr Theorie
- 14:30 – 16:00 Uhr Theorie
- 16:30 – 18:00 Uhr Selbsterfahrung
Sonntag
- 09:00 – 10:30 Uhr Selbsterfahrung
- 11:00 – 12:30 Uhr Theorie
- 14:30 – 16:00 Uhr Selbsterfahrung
Arbeitskreis
Der Arbeitskreis Gruppenanalyse und Gruppenpsychotherapie (AKG) ist eine historisch gewachsene Säule der PSAG Köln–Düsseldorf. Als DPV-/IPA-Institut und anerkannte Weiterbildungsstätte der Deutschen Gesellschaft für Gruppenanalyse und Gruppenpsychotherapie (D3G) verbinden wir klassische Psychoanalyse mit moderner Gruppenanalyse. Unsere Gruppenlehranalytiker:innen (GLA) sind von der D3G zertifiziert, leiten selbst Gruppen und lehren an renommierten Einrichtungen wie der IAG Altaussee und GRAS.
Sie profitieren somit von einer Ausbildung, in der das „Unbewusste“ zugleich Gegenstand der Theorie, klinischen Praxis und lebendigen Gruppenerfahrung ist – ganz im Sinne unseres Leitsatzes: „Sich und andere verstehen.“
Bewerbung
Als ersten Schritt des Bewerbungsverfahrens führen Sie ein unverbindliches, persönliches Beratungsgespräch bei einem Mitglied unserer Beratungsgruppen.
Das Gespräch soll klären, ob Sie die Zugangsvoraussetzungen erfüllen und zugleich helfen herauszufinden, welche Ausbildung zu Ihnen passt. Hier haben Sie auch die Gelegenheit Fragen zu stellen.
Nächste Schritte
Sobald Ihre Beratungsanfrage eingegangen ist, erhalten Sie zeitnah die Kontaktdaten und Sprechzeiten Ihrer Beraterin bzw. Ihres Beraters, damit Sie einen Termin für ein unverbindliches persönliches Gespräch vereinbaren können.
Sofern Sie sich nach dem Beratungsgespräch für eine Aus- oder Weiterbildung entscheiden, können Sie die Bewerbungsunterlagen im Sekretariat des Instituts anfordern. Diese werden postalisch zugesendet. Um Ihre persönlich Eignung einschätzen und über die Zulassung an unserem Institut entscheiden zu können, werden in der Regel drei Bewerbungsgespräche geführt. Für die Bewerbung fallen Gebühren in Höhe von 200 – 250 € (je nach Aus- oder Weiterbildungsgang) an.
Nach einem positiven Entscheid des zuständigen Aus- und Weiterbildungsausschusses und der Unterschrift des Aus- oder Weiterbildungsvertrages, können Sie Ihre Ausbildung bzw. Weiterbildung bereits im laufenden Semester aufnehmen.