alle sind normal nur ich nicht

Seine Erkenntnisse aus der Behandlung hysterischer Patientinnen führten Sigmund Freud zu der Auffassung, dass sexuelle Faktoren ursächlich für die Entstehung der Neurosen sind.

Hier liegen die Anfänge der Psychoanalyse. Sie gewann ihre Tiefendimension mit Freuds Entdeckung der Bedeutung der infantilen Sexualität und unbewusster sexueller Phantasien für die Ätiologie der Neurosen und die Entstehung psychischer Struktur.

1985 konstatiert der schweizer Psychoanalytiker Paul Parin die „Verflüchtigung des Sexuellen aus der Psychoanalyse“ und bezeichnet damit eine weit zurückreichende Tendenz in psychoanalytischer Theorie und Praxis. Seit Parin darauf aufmerksam machte, ist diese Entwicklung vielfach beschrieben oder auch beklagt worden.

Anlässlich des 40-jährigen Jubiläums der Gründung der Psychoanalytischen Arbeitsgemeinschaft Köln/Düsseldorf e. V. wollen wir nicht nur der Entstehung unseres Institutes gedenken, sondern mit der Vortragsreihe „Geschlecht – Vielfalt – Identität“ auch dieser Verflüchtigung entgegenwirken und an die Entstehung der Psychoanalyse aus Sigmund Freuds Entdeckung der Bedeutung des Sexuellen erinnern.